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Archiv der Sendungen 1999

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- Ganz nah - aber doch nicht allzu sehr
Einander das Herz ausschütten, sich vielleicht ineinander verlieben - ohne sich jemals in die Augen zu schauen, dabei befürchten, dass der gut bekannte Fremde ins wirkliche Leben tritt und ganz anders ist. Durch die "Chat-Rooms", die Plauderecken im Internet, verläuft eine dünne Linie zwischen Nähe und Distanz. Ein Balanceakt mit Anna Bähler.

- "Es singt in mir"
Die Bernerin Regula Schlich-Gerber spielt Kontrabass, singt und unterrichtet. Ihr Spektrum reicht von der frei improvisierten Musik über klassische Kirchenmusik bis zur heilenden Klangarbeit. Die gebürtige Amerikanerin Victoria Walker ist Pianistin, Sängerin und Psychotherapeutin. Sie widmet sich der so genannten frühen Musik, singt Hildegard- und Gospel-Lieder, mit Vorliebe in alten Kirchen. Beiden gemeinsam ist, dass für sie Singen zu ihrer spirituellen Praxis gehört. Eveline Blum hat die zwei Musikerinnen zusammengebracht.

- Nie genug und immer zuviel
Bis vor vier Jahren hat sich Christine bis zu 15-mal am Tag mit Essen vollgestopft, um es danach wieder zu erbrechen. Nach diversen Therapieversuchen stiess sie auf die Overeaters Anonymous (OA), eine Selbsthilfegruppe für Frauen und Männer mit Essstörungen. Heidi Kronenberg sprach mit Betroffenen über die strengen Prinzipien der OA, in der unter anderem die Anerkennung einer "höheren Macht" eine zentrale Rolle spielt.

- Moment! Mit Matti Straub
Seine Einmannfirma heisst "Langstrumpf Consulting". In Dänemark hat er sich zum Chaos-Piloten ausbilden lassen. Trotzdem steuert er kein Flugzeug, sondern ein Velo. Aber die Kenntnisse, die er sich an der ungewöhnlichen Chaos-Schule angeeignet hat, helfen ihm, sich ohne Angst vor einer Bruchlandung in die Turbulenzen der Gegenwart zu stürzen.

- Zen, die stille Therapie
Der Therapeut und Zenmönch Ananta Steuder verfügt über langjährige Erfahrung mit den vielfältigen Methoden der humanistischen Psychologie. Die Praxis der Zenmeditation bildet den Boden seiner therapeutischen Arbeit; diese wiederum dient dazu, den Zugang zur Meditationspraxis zu finden. Sein einjähriges Ausbildungsprojekt "Ganzheitliche Kommunikation" ist eine Einladung zur Selbsterfahrung. Francesco Muzio hat sich auf das Abenteuer eingelassen und mit anderen Teilnehmenden und dem Leiter Gespräche geführt.

- WUNDERheilungen
Nahuel und Reto sind im Emmental einer Geistheilerin und einer Familie, die sich von ihr behandeln liess, begegnet. Zusammen mit der Geschichte, die ein Mann von seiner Heilung in Lourdes erzählt, gibt das möglicherweise dicke Post für die (schulmedizinische) Hausärztin des einen Buben...

- Jiddische Kultur - verschwundene Welt?  (W)
Stefan Herrenschwand, Musiklehrer am Seminar Marzili, hat in einem Bildungsurlaub eine umfassende Dokumentation über die jiddische Kultur zusammengestellt. In der Sendung von Heidi Kronenberg erzählt er, was ihm auf der Suche nach der "verschwundenen Welt" über Sprache, Musik, Geschichte und Alltag begegnet ist.

- Das Loryheim - auch ein Daheim!
"Pass uf, süsch chunnsch de i ds Lory!", heisst es nicht selten von Behördenseite an die Adresse 14- bis 20-jähriger Mädchen, denen in diesem Jugendheim mit strengem Ruf der sogenannte Massnahmenvollzug droht. Wer dort landet, hat schon einiges hinter sich: Heime, die Gasse, Drogen, Kriminalität, Gewalt... Björn Hering (20) hat sich von drei Mädchen seines Alters hinter die Mauern einladen lassen: Über längere Zeit ist er der Situation, den Stimmungen und Lebensgefühlen sowohl der Mädchen wie auch der Betreuungspersonen nachgegangen.

- WUNDER - in der kirchlichen Unterweisung
Weil der dritten KUW-Schülergruppe die Lust auf Wunder plötzlich verging, ist Pierre Kocher den drei Auskunftspersonen zum Thema "Wunder-Zustände" allein begegnet: Der überzeugte Christ, der Zen-Lehrer und die Psychotherapeutin erzählen nicht nur von ihrer Ekstase-Erfahrung, sondern auch von ihren Vorstellungen über religiöse Erziehung... was bei den KUW-Unterrichtenden der Kirchgemeinde Matthäus wohl einiges zu reden gibt!

- WUNDERkinder
Bettina, Lisa und Tanja sind einem musikalischen Wunderkind und einem schulischen Wunderkind mit seiner Mutter begegnet. Zusammen mit Legenden über zwei weltberühmte Wunderkinder in einem ganz anderen "Fach" gibt das herausforderndes Material für das Gespräch mit einer spezialisierten "Wunderkind-Psychologin"...

- Moment! mit Sylvia Wetzel
Studentenbewegung und Feminismus haben sie politisch geprägt. Im Buddhismus fand sie ein neues geistiges Zuhause. Rebellin ist sie geblieben, wenn sie Frauen ermutigt, ihre eigenen spirituellen Wege zu gehen. Sylvia Wetzel arbeitet als Publizistin und Meditationslehrerin in Berlin.

- "Fasten vom Denken...
Ich brauche regelmässig halbe oder ganze Stunden, in denen mein alltägliches, pausenloses Denken allmählich Ruhe gibt." So leitet der Theologe und Synodalrat Ruedi Heinzer einen Exkurs über Spiritualität ein. "Etüden zum Alltagsglauben" nennt er seine Aufzeichnungen, die vor kurzem in Buchform erschienen sind. Eveline Blum hat den Autor mit Reaktionen auf das Buch konfrontiert.

- Binjamin Wilkomirskis "Bruchstücke"
Im Buch "Bruchstücke aus einer Kindheit" schildert Binjamin Wilkomirski seine Erinnerungen an eine Zeit im Konzentrationslager. Dort sei er aber gar nie gewesen - die "Bruchstücke" seien eine Fiktion. Dies ergab Daniel Ganzfrieds Recherche über die Biografie des Autors. Das Psychoanalytische Seminar Bern und die evangelisch-reformierte Universitäts-gemeinde (EUG) luden zu einem Podiumsgespräch ein, in dem es um die Auswirkungen des Streits um Wilkomirski ging. Mit Christoph Stettler diskutierten die Literaturwissenschaftlerin Tanja Hetzer, der Psychoanalytiker Jaron Bendkower, der Kulturredaktor Konrad Tobler und der Historiker Jacques Picard. Heidi Kronenberg hat mitgeschnitten.

- KünstlerFreunde
Antoine Twerenbold war vor allem PR- und Marketing-Mann und ist heute Maler, Plastiker und Gedichteschreiber - ein im besten Sinn bescheidener Kulturschaffender, und das nicht nur, weil er seit 10 Jahren mit mit einer Herzkrankheit leben muss. Fünf bosnische Künstler sind im Laufe der letzten Jahre seine Freunde geworden. Freunde im besten Sinn, findet Pierre Kocher, der anlässlich einer Gruppenausstellung in der Kulturmühle Lützelflüh im vergangenen Dezember das Gespräch gesucht hat.

- Moment! mit Walter Zuberbühler
Als Bergsteiger hat er gelernt, zu träumen, ohne den Boden unter den Füssen zu verlieren. Als Dachdecker benützt er nicht nur Messband und Senkblei, sondern auch das Pendel. Der Bergführer und Bauunternehmer Walter Zuberbühler philosophiert über die Kunst des Bio-Hausbaus und das Gratwandern im Geschäftsleben.

- Moment! Mit Thomas Imboden
Um seine Frau heiraten zu können, konvertierte Thomas Imboden zum Islam. Ohne Probleme, sagt er, denn seine tiefsten Überzeugungen legt er nicht in die Konfession, sondern in die künstlerischen und ökologischen Projekte, die er als Manager und Ideenlieferant betreut. Ueli Balsiger und Martin Frischknecht führten das Gespräch inmitten von Zügelkisten: Thomas Imboden wandert mit seiner Familie auf die Malediven aus, in die Heimat seiner Frau Aminath.

- Frieden: was ist das? (1. Teil)
Wir reden vom Frieden, den wir ersehnen, den wir schaffen wollen. Was meinen wir damit? Welches Bild vom Frieden leitet uns? "Frieden ist Abwesenheit von jeder Form von Gewalt", sagt Carmen Jud, Geschäftsleiterin des christlichen Friedensdienstes. Und: "Frieden ist ein Prozess, der soziale Gerechtigkeit und Beziehung voraussetzt." Was heisst das konkret? Eveline Blum hat nachgefragt.

- Pilgern auf Jakobs Wegen
Im Rahmen einer Weiterbildung pilgerten im April LehrerInnen und TheologInnen von Interlaken bis nach St. Antoni im Freiburgerland - auf einem Stück des Jakobsweges, der nach Santiago de Compostela führt. Von einem engagierten Leitungsteam erhielten sie Impulse für den Unterricht. Heidi Kronenberg ist mitgepilgert.

- Sie feiern... aber was? Und wie?
Eine kleine, nach einer Stafette zusammengewürfelte katholisch-bernische Gruppe trifft sich - extra für diese Sendung! - an einem historischen Ort. Dort nämlich, wo ihre konfessionellen Vorfahren vor 200 Jahren nach langer Zeit wieder temporäres Gastrecht erhielten, das heisst die heilige Messe feiern durften. Pierre Kocher versucht bei der bunten Festschar herauszufinden, was denn und wie denn so etwas 1999 gefeiert wird.

- Frieden: was ist das? (2. Teil)
Wie entsteht Frieden in einer Familie? Die Seminarleiterin und Therapeutin Anita Gale gibt Einblick in ihre Arbeit mit Familienaufstellungen nach Bert Hellinger. Im Gespräch mit Eveline Blum erzählt sie, was sie in dieser Arbeit über Frieden gelernt hat: "Heute ist es für mich so, dass Frieden auch im grössten Krieg sein kann. Frieden entsteht aus der Zustimmung zum Ganzen."

- Mythos Bauchtanz
Die meisten kennen den Bauchtanz als eine - orientalisch inspirierte - Zurschaustellung weiblicher Reize zwecks Befriedigung männlicher Schaulust. Wie kommt es, dass im Westen gerade emanzipierte Frauen auch auf den Geschmack gekommen sind? Sandra Schlapfer hat mit den Tänzerinnen Maha Weber und Brigitte Schildknecht über Kultur und Geschichte, Sinnlichkeit und Spiritualität des Bauchtanzes gesprochen.

- Lighthouse Chapel International
So nennt sich eine afrikanische charismatische Freikirche mit Wurzeln in Ghana. Die (gute?) alte Mission kehrt, gleichsam afrikanisiert, nach Europa zurück... auch in die Schweiz! Für die einen ist es eine normale Kirche, für andere schon eine Sekte. Simon Wälti hat mit einem Pfarrer, einer Praise-and-Worship-Leaderin und einem Schweizer Mitglied der Gemeinschaft gesprochen.

- Das Waldzimmer
Die geistig behinderten Erwachsenen des Heims "Alte Schmitte" in Lohn gehen regelmässig und bei jeder Witterung mit ihrer Leiterin Karin Kifoula in ihr sogenanntes Waldzimmer: ein schöner Ort am Waldrand, ohne Dach und Türen, mit einer Feuerstelle und manchmal auch geheimnisvollen Dekorationen. Diesen Schritt nach aussen machen in der Schweiz auch andere PädagogInnen und BetreuerInnen. Pierre Kocher ist mitgegangen.

- Moment! mit Lucius Werthmüller
Sein Buchantiquariat liegt in einem Abbruchhaus mitten im Industriegebiet von Basel. Nicht weit von hier hat Albert Hofmann das LSD erfunden. Gesellschaftliche und geistige Grenzgebiete ziehen Lucius Werthmüller an. Er ist Mitorganisator der Basler PSI-Tage. Der Kongress steht diesen Herbst unter dem Motto "Visionen". Wie hat der fröhliche, diesseitige Familienvater zur Parapsychologie gefunden? Was hält er vom Esoterikbetrieb?

- Gespräch mit Mister Walsch
"Gespräche mit Gott" heisst der dreibändige spirituelle Bestseller der letzten Monate. Der nicht ganz unbescheidene Titel stammt von einem ganz und gar gewöhnlich Sterblichen: Neal Donald Walsch aus den USA. Er war vor kurzem für ein Seminar in Bern und hat sich auf ein Gespräch mit Andreas Hassenstein eingelassen.

- Ganz nah - aber doch nicht allzu sehr
Einander das Herz ausschütten, sich vielleicht ineinander verlieben - ohne sich jemals in die Augen zu schauen, dabei befürchten, dass der gut bekannte Fremde ins wirkliche Leben tritt und ganz anders ist. Durch die "Chat-Rooms", die Plauderecken im Internet, verläuft eine dünne Linie zwischen Nähe und Distanz. Wir wiederholen die Sendung von Anna Bähler, die damit einen Anerkennungspreis im Rahmen des "EUGEN", dem Medienwettbewerb der Bedag Informatik gewonnen hat.

- Wetter und Mensch
Ob Zeus seine Blitze schleudert oder ein Regenbogen am Himmel als Zeichen für göttliche Vergebung steht - das Wetter und seine Erscheinungen beschäftigt die Menschen von alters her. Lucienne Rey sprach mit Heinz Wanner, Geograf und Klimaforscher an der Universität Bern, und mit Verena Bachmann, Psychologin und Astrologin aus Zürich, über ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen mit dem Wetter.

- Ist Religion gesund?
Religion kann Sinn stiften, Halt und Zuversicht vermitteln - Qualitäten, die sich auf die Gesundheit positiv auswirken. Religion kann verwirren, zermürben, quälen und zur Belastung werden. Welche Beziehung gibt es zwischen Religiosität und Gesundheit? Heidi Kronenberg befragte dazu Susanna Lüthi, die vor kurzem eine Beratungsstelle für "Menschen in religiösen Engpässen" eröffnete, und Beat Stübi, der im Rahmen seines Psychologiestudiums Auswirkungen der Religiosität auf die psychische Gesundheit untersuchte.

- Bruder Adrian
Adrian Müller, 34, ist Kapuziner. Er liebt die Berge, die Menschen und die Stille. Wie er dies im Alltag vereint und wie er zum Entscheid für das Klosterleben gefunden hat, erzählte er Heidi Kronenberg im Besuchszimmer des Kapuzinerklosters Solothurn.

- ...doch das letzte Stück musst du alleine gehen"
Das sagt der Psychiater und Autor Stanislav Grof, Mitbegründer der transpersonalen Psychologie und des "holotropen Atmens". Rebecca Kunz traf ihn in Bern und sprach mit ihm über seine therapeutische Arbeit, über Mystik, über erinnerte Geburtserfahrungen und über Reinkarnation. Auf Grofs Ideen reagieren in einer Gesprächsrunde ein Psychologe, eine Therapeutin, die Seminare in "holotropem Atmen" anbietet, und ein Theologe. Zentrale Frage: Wofür ist die Kirche, wofür sind Psychotherapien auf dem Markt der Sinnsuche zuständig?

- Von der Schwarzen Madonna zur Mystik  (W)
Angela Römer hat sich als Initiantin der Veranstaltungsreihe zur Schwarzen Madonna exponiert - und einen Namen gemacht. Ihr neues Bildungsprojekt als Leiterin der kirchlichen Fachstelle Spiritualität stellt Mystik ins Zentrum einer Reihe von Kursen und Vorträgen. Ist Mystik eine logische oder intuitive Weiterführung der Auseinandersetzung mit den dunklen weiblichen Gottheiten? Und wie orientiert sich die Theologin im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Theologie und Spiritualität? Eveline Blum hat mit Angela Römer gesprochen.

- Moment! mit Ajahn Akincano  (W)
Er ist in Bern aufgewachsen. Zwischen 20 und 30 beschäftigte er sich intensiv mit dem Theater. Dann entdeckte er die Meditation und vollzog einen radikalen Rollenwechsel: Er wurde Mönch eines thailändischen buddhistischen Ordens. Seither trägt er die ockerfarbige Robe, hat Namen und Besitz aufgegeben und lebt als Bettelmönch.

- Moment! mit Wiebke Andersen
Vor fünf Jahren begegnete Wiebke Andersen dem Vietnam-Veteranen und Zen-Mönch Claude Anshin Thomas. Sie lernte bei ihm eine Meditationsform kennen, die sich direkt und unausweichlich mit dem menschlichen Leiden befasst. Sie erzählt von ihrer sechsmonatigen Pilgerreise durch die USA, die am Rand der Highways von New York nach San Francisco führte. Mit ihr sprachen Ueli Balsiger und Martin Frischknecht.

- Karl-Josef Kuschel: "Im Spiegel der Dichter"  (W)
" Mensch, Gott und Jesus in der Literatur des 20. Jahrhunderts." Der Titel klingt nach akademischer Abhandlung, nach Fleissarbeit. Doch schon auf der ersten Seite wird deutlich, dass sich da einer aus Leidenschaft mit Literatur beschäftigt, die Sprache der DichterInnen untersucht und deren Aussagen zu den grossen Themen des Lebens ernst genommen hat. "Ich lernte durch sie sehen und verlernte dabei das vorschnelle Lob der Schöpfung und das... beflissene Vertrauen in Amtsträger und Institutionen", schreibt der katholische Theologe. Eveline Blum hat seine Lesung in Bern aufgezeichnet und bearbeitet.

- Es waren einmal drei Arbeitslose
Die erste Aufnahmerunde mit Christina, Sandra und Stefan fand im Sommer 96 statt. Die drei hatten als Arbeitslose eben einen längeren persönlichkeitsbildenden Kurs beendet. In grösseren Abständen haben sie sich dann mit Pierre Kocher noch dreimal getroffen. Das Hauptthema: Die Arbeitssuche auch als Suche nach sich selbst. Ein ganz schön harter Prozess, wie sich herausgestellt hat.

- Mit em Tonjeger im Ämmitau (W)
Während vier Tagen streifte Riccardo Pozzi aus Zürich mit seinem Mikrofon durch die Gemeinde Wasen im Emmental. Was ihm dabei an Geräuschen und Begegnungen zufiel und warum er unterwegs seine Absicht änderte, zeigt das Hörbild von Christian Lüthi. Ein Spaziergang, der sich am besten mit Kopfhörer verfolgen lässt.

- Theologie der Kultur  (W)
Die Theologie brauche die DichterInnen als zweifelnde Instanz, sonst verkomme sie zum 'Beruhigungsmittel einer bürgerlichen Gesellschaft'. - Brauchen die DichterInnen auch Theologie? Eveline Blum hat die These des Tübinger Theologieprofessors Karl-Josef Kuschel hinterfragt und den Autor mit der Gegenfrage konfrontiert. Ein Gespräch über Zweifeln und Glauben, über das Wahr-Scheinliche in der Kunst und die 'vollkommene Wahrheit Gottes'.

- Die Katastrophe
Wenn es irgendwo "tätscht", sind sie sofort zur Stelle: die Medienleute. Was geht in ihnen vor - zum Beispiel bei der Garagenexplosion in der Berner Lorraine? Was treibt sie an? Das versucht Anna Bähler im Gespräch mit JournalistInnen herauszufinden.

- Jean Gebser und die Gegenwart
Er lebte und schrieb in der Berner Altstadt. Vor fast fünfzig Jahren ist sein Hauptwerk "Ursprung und Gegenwart" erschienen. Es wird bis heute verkauft und mit Begeisterung gelesen. Zentrales Thema: Die Mehrschichtigkeit unseres Bewusstseins und dessen Wandlung hin zu einer integralen, arationalen Struktur, zu einer aperspektivischen Weltsicht. Eveline Blum hat mit Leuten gesprochen, deren Leben durch die Auseinandersetzung mit Jean Gebsers Werk geprägt wurde.

- Die zwei neuen "saemänner"
Samuel Geiser und Martin Lehmann haben sich vor einem Jahr im Bahnhofbuffet Thun zum ersten Mal gesehen. Drei Tage hat ihnen die Wahlkommission gegeben, um sich kennen zu lernen und zu entscheiden, ob sie sich zusammen bewerben wollen. Seit Mai dieses Jahres sind sie nun im Amt - als Chefredaktoren der evangelisch-reformierten Monatszeitung. Wie gestalten und wie erleben die zwei Männer die intensive Zusammenarbeit? Was wollen sie mit dem "saemann", und was wollen sie nicht? Heidi Kronenberg hat sie an der Gutenbergstrasse in Bern besucht.

- Mit Krebs auf die Bühne...
"Wie die Schalen einer Waage" - so heisst eine Laientheaterproduktion von und mit und über Menschen nach der Diagnose Krebs. Die etwa 20-köpfige Gruppe aus Deutschland hat im Oktober ein Gastspiel in Bern gegeben. Pierre Kocher hat das weitgehend aus Selbstdarstellungen bestehende Stück mitgeschnitten und ausgewählte Szenen einer Berner Psychoanalytikerin vorgelegt, die längere Zeit in der Betreuung und Begleitung Krebskranker tätig war.

- Moment! mit Urban Gwerder
Schoffelgasse im Zürcher Niederdorf: Die Wohnung im dritten Stock war schon vor dreissig Jahren Untergrundredaktion und Treffpunkt der Ausgeflippten. Hier hat Urban Gwerder auch sein neustes Werk geschrieben: "Im Zeichen des Magischen Affen" ist Gedichtband, Dokumentensammlung und Autobiographie in einem. Ueli Balsiger und Martin Frischknecht blättern in diesem bibliophilen Buch und lassen Urban Gwerder über die wilden Sixties erzählen, über seine Jahre als Alphirt und seine Rückkehr in die Stadt.

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